Vita -
Philosophie -
Journalismus -
Literatur - Wirtschaft
Bits - Rring -
Klappe -
Klick -
Gulp
1984
In den frühen Achtziger Jahren entdeckte ich die Computer, indem ich mit einem
Vic 20
hantierte, den
Atari
und
Intellivision.
Dann kam ich mit dem damals revolutionären
Macintosh
in Kontakt. Ich kannte eine Sekretärin, deren Computer ich in Beschlag nahm mit
der Ausrede, darauf meine Hausaufgaben zu schreiben.
1985 Ich erinnere mich nicht an meinen ersten Kuss
(an den letzten schon), aber meinen ersten Computer besaß ich am 5. April 1985.
Es war ein
Commodore 64.
Ich spielte die
halluzinierenden Videogames von
Jeff Minter,
einem Langhaarigen, der sich in einen Programierer verwandelt hatte und überall
spuckende Lamas und LSD-Farben verwendete. Das waren Jahre voller Spaß und
Kreativität. So gut wie alle Videospiel-Klassiker habe ich ausprobiert:
Donkey Kong,
Ghostbusters,
Summer/Winter/California
Games, das
fessenlnde
Impossible Mission
oder das rätselhafte
The Hobbit.
Und dann
Ghosts
’n Goblins,
Bubble
Bobble,
Green Beret,
Bruce Lee,
Racing Destruction Set,
International Karate+,
Stunt Car Racer
und
tausend andere.
1988 Dann und wann versuchte ich sinnvolle Programme in
Basic
zu schreiben, und eines Tages gelang es mir, einen Algorithmus zu konstruieren,
der dann, von einem Freund,
einem kleinen Genie, geprüft und verbessert, in
einem Band über Sozialkunde für Mittelschulen publiziert wurde (G.
Rossi, Vivere nella Società, Editrice San Marco, Bergamo 1988).
Es handelte sich um einen Test über die Kenntnis der
italienischen Verfassung.
Ich bezweifle, dass die letzten italienischen Premierminister es je ausprobiert haben.
Klicke hier, um einen Blick auf das im Buch beschriebene Programm zu werfen.
1989
Dann kam diese außerordentlich eklektische Maschine heraus, die
Amiga
(500,
600,
1200),
eine faszinierende Kombination aus Technik und Phantasie.
Während der
Weltmeisterschaft
Italia
‘90
veranstaltete ich eine virtuelle Weltmeisterschaft im Garten. Ich spielte
Kick Off,
eineinfaches aber unterhaltsames Programm des mysteriösen
Dino Dini
(zu dieser Zeit war er mysteriös, heute hat er eine eigene Internet-Seite). Es
war die
Zeit von
Cinemaware,
einem der schicksten Software-Firmen am Markt, bekannt für seine umwerfende
Grafik und die Filmhandlungen seiner Produkte. Ich erinnere mich noch an
It Came From The Desert,
das von einer Serie von B-Filmen aus den Fünfziger Jahren inspiriert war,
in
denen Riesenameisen ein ruhiges amerikanisches Städtchen angreifen. Wenn du das
je gespielt hast, wirst du dich sicherlich an die Stimme des Erzählers am Anfang
erinnern. Ich konnte sie extrahieren, dank einem genialen Programm, das ein
echter
Geek
geschrieben hat. Wenn du sie (wieder)hören willst, klicke hier.
Vor allem erinnere ich mich an den erstaunlichen
Rocket
Ranger, wo ein furchtloser Raketen-Mann die Welt und seine Verlobte vor
den Nazis rettete, die mit Außerirdischen verbündet waren... aber dies hat man
nur erkannt, wenn man es schaffte, das Spiel zu Ende zu spielen. Als ich es
verstanden hatte, quasi durch Zufall, war ich wie vom Blitz gerührt. Und ein
wenig melancholisch, weil ich nun die ganze Geschichte verstand.
Heute interessieren mich die Videospiele vor allem
als soziale Phänomene. Aber für Jahre bin ich ein aktiver
Konsument gewesen. Das Netz befreundeter Piraten erlaubte es mir, alle
Neuigkeiten auf dem Markt zu verfolgen, auch dank Zeitschriften wie die
italienische
The
Games Machine oder die englische
CU Amiga,
deren regelmäßiger Leser ich war. Aber ich habe den
Computer auch benutzt, um zu schreiben, hausgemachte
Videoclips zu drehen, zu rechnen,
mit
Video-Graphik zu experimentieren oder um grässliche
Techno-Musik zu komponieren.
1994 Stefano, dem kleinen Genie,
und mir gelang es, zwei Amiga Computer zu verbinden, um einen
Tracker
zu erhalten, der es uns ermöglichte das physikalische Limit von
4 Spuren pro
Maschine zu überschreiten, so dass wir auf 8 echten Spuren
ein Dance-Lied komponieren konnten. Wir kontrollierten synchron des
Musikprogramm von zwei Computern über eine einzige Maus, die durch ein für
diesen Zweck gebautes geteiltes Kabel mit beiden verbunden war. Im Jahr
‘95 kam dann das Internet
und es war, wovon ich immer geträumt hatte. Vernetzung der Computer, Websites,
E-mail. Mobilität, Kommunikation, Welten, die sich eröffneten. Die
Einschreibung an der Universität Heidelberg nahm
ich gänzlich via Internet vor, und dank dem Netz kann ich überall aktiv sein
(oder fast). Seit langem und trotz einiger Vorstöße in die Gegend von
Linux bin und
bleibe ich ein
Windows-Benutzer.
2003 In Heidelberg habe ich mir auch einen Server
gebaut, der ständig mit dem Internet verbunden ist, und der mir dann bis
nach München gefolgt ist. Er wirkt auch als Anrufbeantworter. Sein Name ist
Martin, und er ist sehr diskret.

©
Alessandro Melazzini
Dieser Webseite steht unter folgender
Creative Commons
Lizenz